Samstag, 23. Februar 2008

Waitakere Ranges

Letztens waren wir in den Waitakere Ranges wandern. Das ist eine Hügelkette, die im Westen von Auckland liegt und eine ziemlich spektakuläre Landschaft bieten soll. So wurde es mir jedenfalls versprochen. Ein paar Bekannte von Steffi hatten sie gefragt, ob sie nicht Lust hätte einen Steam-Walk mit ihnen zu machen, also eine Wanderung entlang eines Flussstroms. Klar! Steffi hat mich auch noch in den Plan eingweiht und los gings.

Die Wanderung ist an einem Sonntag und vielleicht ist das der Grund, warum ich denke wir hätten einen gemütlichen Sonntagnachmittags- Spaziergang vor uns. Eins kann ich schon mal vorweg nehmen: ich sollte mich irren!
Es fängt damit an, dass das schöne Wetter vom Vortag wie verflogen zu sein scheint. Leider bemerke ich das aber erst NACHDEM ich die Wohnung verlasse. Statt schönem Wetter gibt es eine geschlossene Wolkendecke. Ein Blick in den Himmel verrät einen ungewissen Ausgang für das Wetter, dabei sind wir heute den ganzen Tag draußen unterwegs. In solchen Fällen hätte man wohl zumindest ganz gerne eine Jacke dabei. Macht ja nichts!

Nach ein bißchem Autofahren kommen wir am Startpunkt an. Da wir von dort aus einem Flussverlauf hinab zu einem Strand folgen würden und wir mit zwei Autos angereist sind, beschließen wir ein Auto am Strand zu parken, sodass wir den ganzen Weg nicht zweimal gehen müssten. Eine weise Entscheidung.

Gleich am Startpunkt gibt es die erste Überraschung: Es gibt gar keinen richtigen Track. Dazu muss man sagen, dass die Tracks in Neuseeland üblicherweise gut ausgeschildert und gepflegt sind. Auf 'unserem' Track werde ich kein einziges Schild sehen.

Es fängt sehr harmlos an: erst überqueren wir eine Ackerwiese, dann folgen wir einem breitem Gehweg. Mit der Zeit allerdings wird dieser immer schmaler und der Wald immer dichter. Plötzlich stehen wir an einem Bach aber es gibt keine Brücke! Als es dann auch noch langsam anfängt zu regnen, wird mir zum ersten Mal an diesem Tag klar, dass es wohl doch kein Sonntagsspaziergang werden wird.

Am Startpunkt: kein Track weit und breit!

Die ersten Schritte führen diesen breiten Weg entlang

Der Weg wird schmaler, die Bewachsung dichter

Wo ist hier die Brücke?

Am Bachufer stehend wird mir klar, dass ich zum letzten Mal für heute trockene Socken tragen werde. Zwar liegen ziemlich viele Steine im Bach, die einem helfen den Bach zu durchqueren und an der ersten Stelle, an den wir ihn überqueren ist er nicht sonderlich breit. Aber die Steine sind leider sehr glitschig und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein bis man das erste mal ausrutscht. In dieser Sache soviel darf ich mal wieder vorweg nehmen sollte ich recht behalten.

Nach unserem ersten Seitenwechsel ist alles, was vorher noch nach einer Spur ausgesehen haben mag, vollkommen verschwunden. Hier regiert nur Mutter Natur! Das heißt wir suchen uns IRGENDEINEN Weg. Geht es auf der einen Flussseite nicht weiter, versuchen wir es auf der anderen. Manchmal scheint es auch auf beiden nicht weiter zu gehen. Aber es ist erstaunlich wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Und so geht es irgendwie immer weiter.

Äh? Wo ist hier noch der Weg?

Sille Wasser sind tief. An manchen Stellen scheint der Fluss gar nicht mehr zu fließen

Mittagspause unter Farnbäumen

Der Regen wird immer stärker, aber das ist nicht weiter schlimm. Nass bin ich sowieso von oben bis unten. Die hilfreichen Steine, mit Hilfe derer ich anfangs den Bach überquert habe, gibt es schon lange nicht mehr. Geht es weder auf der einem noch auf der anderen Uferseite weiter, versuchen wir es mitten durch den Fluss. Dieser wird irgendwann zu tief. Also suchen wir uns doch einen Weg am Ufer entlang. Es gibt immer einen Weg irgendwo.

Mitten im Wald läuft uns plötzlich ein Frischling über den Weg. Die mitwandernde Damenwelt ist zwar ob der Niedlichkeit des kleinen Dings entzückt, doch um ehrlich zu sein traue ich dem Frieden nicht recht. Wo das Junge ist, können die Eltern nicht weit sein, sage ich mir und frage mich, wie es Mami oder gar Papi gefallen würde, wenn wir das kleine Schweinchen einfach streichelten. Glücklicherweise scheinen die aber ebenfalls auf ihrem Sonntagnachmittags- Spaziergang unterwegs zu sein und lassen sich nicht mehr blicken. Den Baum, den ich im Falle eines Falles hochklettern würde, hatte ich mir schon ausgesucht.

Je dichter wir zum Strand kommen, desto mehr verlässt uns der Regenwald. Stattdessen erwartet uns diese Graslandschaft

Die letzten Meter zum Strand. Es sieht lustig, aber wo der Typ mit der rot-grünen Jacke herumturnt ist das Wasser bestimmt tief genug um schwimmen zu gehen

Am Ziel: etwas nass bin ich doch geworden

Als letzte große Tat des Tages erklimmen wir eine Anhöhe auf dem Starnd um einen Überblick zu bekommen.

Schöner Blick auf die Bucht von Anawhata

Heutzutage trägt man es enganliegend. Die andere Seite der Bucht

Auf den Weg zurück zum Parkplatz unseres Autos werfen wir noch mal einen Blick auf die Bucht

Es war ein "Spaziergang", den ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde. Die Landschaft ist wirklich so spektakulär wie es mir versprochen wurde und ein Tag im Nassen kann man für die schönen Eindrücke ruhig in Kauf nehmen wie ich finde!

Zum Album:
Waitakere Ranges

Donnerstag, 7. Februar 2008

Der Metz in Kohimarama

Letztes waren wir im Auckland-Stadtteil Kohimarama, der aus offensichtlichen Gruenden von den meisten Aucklandern kurz Kohi genannt wird, in einem deutschen Restaurant essen. Rita, eine deutsche Mitbewohnerin von Anna hatte ihr zu ihrem Gebrutstag einen Gutschein fuer das deutsche Restaurant der Metz geschenkt. Zur Vervollkommnung der Authentizitaet des Besuches beim deutschen Restaurant mussten selbstverstaendlich noch mehr Deutsche mitkommen und so haben Katrin, Steffi und ich uns erbarmt und haben das deutsche Quartett vervollstaendigt. Darauf was mich im Restaurant erwarten wuerde war ich sehr gespannt, denn ich war glaube ich noch nie in einem deutschen Restaurant essen, zumindest nicht in einem das es sich auf die Fahnen geschrieben hat.

Schon vorher hatten wir uns ueberlegt was es wohl im Restaurant zu essen geben werde und was typisch deutsche Gerichte sind. Nach kurzer Ratlosigkeit sind uns dann aber nach und nach immer mehr Gerichte eingefallen. Und mit jedem neuen Gericht, das uns einfiel, steigerte sich die Vorfreude aufs Restaurant.

Als wir jedoch im Restaurant ankamen und einen Blick auf die Speisekarte warfen, machte sich Ernuechterung breit: Keines der heiss ersehnten Gerichte stand auf dem Speiseplan. Stattdessen: Schnitzel in 10 Variationen und Gulasch, aber immerhin Apfelstrudel und Eis mit heissen Himbeeren. Lecker war das Schnitzel trotzdem und wenigstens waren die Portionen anstaendig gross!

Anna und das gute deutsches Bier

Steffi und Rita

Katrin und ich

Darf natuerlich im deutschen Restaurant nicht fehlen

Sehr bunt gemischt die Wanddekoration

Schloss Neuschwanstein

Anna und Koenig Ludwig II.

Anschliessend sind wir noch kurz zur St. Haliers Bay gefahren, einer der Stadtteile im Osten von Auckland, die direkt am Strand liegen. Von dort hat man eine schoenen Blick auf Auckland.

Auckland bei Nacht – zumindest den Skytower kann man sehen

Der Mond ueber dem Hauraki Golf

Alle Fotos:
Der Metz

Montag, 4. Februar 2008

Lake Taupo

Neulich war in Auckland Anniversary Day. Da dieser immer auf einen Montag fällt, bleibt die Uni geschlossen und man hat ein langes Wochenende. Anna, Steffi und ich haben beschlossen nach Taupo zu fahren. Taupo ist eine Stadt, die ziemlich zentral auf der Nordinsel, direkt am großen Lake Taupo, dem größten See Neuseelands liegt. Der Lake Taupo – nur mal so als Groessenvergleich – ist größer als der Bodensee und beherbergt auch mehr Wasser als dieser.
Außerdem ist Taupo nach eigenen Angaben die Forellenhauptstadt Neuseelands – na wenn das mal nichts ist.

Der Lake Taupo

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Anna holte uns also morgens zu unchristlicher Zeit um ca. 09:00 Uhr morgens ab und wir fuhren los. Unser erster (Frühstücks-)Stopp war Tirau, eine Stadt die für ihre Wellblechskulpturen bekannt ist. Hier gibt es alles: Schafe aus Wellblech, Hunde aus Wellblech, Menschen – alles was das Herz begehrt (oder auch nicht).

Wellblechfiguren in Tirau

Das Information-Center: ein Hund

Alles was mit Wolle zu tun hat, kann man hier kaufen: das Schaf

Anna und ich in Tirau

Nach einem Frühstück, wobei die Wahl aus Eggs on Toast, Beans on Toast oder Spaghetti on Toast bestand, sind wir weiter nach Taupo gefahren und haben uns ins Go Global Backpackers eingemietet. Sehr praktisch an diesem Hostel: nebenan ist ein irischer Pub mit Live-Musik und unser Hostel hat sogar einen separaten Eingang in den Pub :)

Am Abend haben wir uns an einem Strand am Lake Taupo von den Strapazen der Autofahrt erholt und haben eine Erfrischung im kühlen Nass des Lake Taupo gegönnt.

Am Abend auf der Terrasse unseres Hostels

Am nächsten Tag ging es dann für Steffi und mich zum White-Water-Rafting, wo man in einem Schlauchboot einen wilden Fluss hinab faehrt. Der Fluss – Tongariro River – liegt ein bisschen ausserhalb von Taupo, sodass wir erstmal eine Weile mit dem Auto (nach Taurangi) fahren mussten. Zunächst wurden wir mit Nassanzuegen, Schwimmwesten und Helmen eingedeckt und dann gings los: Unser Guide – Callum – fragte uns wer gerne vorne im Boot sitzen moechte, denn dort sei die Gefahr besonders gross aus dem Boot zu fallen, allerdings sei es vorne auch am aufregendsten. Da ich damit kein Problem hatte, habe ich mich freiwillig gemeldet. Steffi war – nach kurzem Zoegern – auch dabei. Leider kam es wie es kommen musste und ich bin ins Wasser gefallen. Es war aber nicht weiter schlimm, denn in diesen Neopren-Anzuegen war einem dermassen warm, dass diese 'kleine' Erfrischung gerade recht kam. Ausserdem hatte ich mir eine gute Stelle ausgesucht: es war gluecklicherweise ziemlich tief und danach kam erstmal eine Weile ruhigeres Wasser.

Es war ein sehr spassiger Ausflug, der meine Erwartungen bei weitem uebertroffen hat. Zwischendurch - in ruhigeren Passagen - sind wir aus dem Boot gesprungen und haben uns mit dem Strom treiben lassen oder sind von einem hohen Felsen ins Wasser gesprungen, was hierzulande etwas eindrucksvoller als 'Rockjumping' bezeichnet wird.


Etwas eng sitzt die Hose ja schon...

Auf dem Weg ins Wasser

Trockenuebungen

Noch einmal winken...

...dann gehts auf in die Fluten

Man sollte schon damit rechnen nass zu werden

An dem Abend haben wir uns mit ein paar Freunden von Anna getroffen und den Tag mit einem BBQ abklingen lassen. Am naechsten Morgen wollten wir eigentlich einen Segeltoern zu den 'Maori-Carvings' zu unternehmen. Da sind Felszeichnungen, die von Maori erstellt worden sind und nach dem Priester benannt sind, der laut Maori Mythologie die Vulkane nach Neuseeland gebracht.
Leider sind wir 5 Minuten zu spaet am Hafen gewesen und das Schiff war schon weg. Also haben wir schnellstens einen B-Plan erstellt und sind zu den Huka Falls gefahren. Die Huka Falls sind eine Kaskade von Wasserfaellen des Waikato Rivers, welcher der laengste Fluss in Neuseeland ist.

Der Waikato-River...

...zeigt sich von seiner schoensten Seite

Die Huka Falls

Ich vor dem letzten Abschnitt ruhigen Wassers bevor die Huka Falls beginnen

Anna hat eine Freundin in Taupo, die praktischerweise bei Rapid Sensations Adventures arbeitet, einem Unternehmen, das Kayak-Touren unternimmt und so haben wir anschliessend noch eine kleine Kayak-Tour unternommen.

Das Flussufer des Waikato-Rivers

Immer mit dem Flow!

Anna und ich im Kayak

Wer gerne Bungee-Jumping am Waikato-River machen moechte, springt dort oben runter

Schoen blau war der Fluss. So ruhig war es aber nicht immer, zum Schluss wurde es deutlich rauher.

Vorsicht Lena, die Ente :)

Mehr Fotos:
Taupo