Mittwoch, 16. Januar 2008

Auckland -> Nelson – Auf und davon

Hier beginnen die Berichte über den Südinsel-Trip. Um nicht alles in einen riesigen Beitrag zu schreiben, habe ich die Reise in kleinere Abschnitte unterteilt. Dann muss ich auch nicht alles auf einmal schreiben :) Im Nachhinein über etwas zu schreiben, finde ich immer ein bißchen schwierig, da man ja doch dazu neigt, dass eine oder andere zu vergessen. Aber das soll mich nicht davon abhalten meine grauen Zellen mal anzustrengen und die Reise vor meinem geistigen Auge nochmal für euch Revue passieren zu lassen.

Am Vorabend unserer Reise sind wir bei Anna (einer Freundin aus der Uni) und Rita zu Hause eingeladen, wo es neben Snacks und Getränken auch Weihnachtsbasteleien gibt. Am nächsten Tag – Freitag, d. 21.12. – brechen wir, Steffi, Tina (eine Freundin von Steffi, die sie hier besucht) und ich, mit dem ersten Sonnenstrahlen auf und fahren mit dem Taxi zu Judy (mit der ich übrigens zusammen in der Uni arbeite). Judy ist so freundlich uns das Auto ihrer Mutter für den Südinsel-Trip zu leihen. Wir haben Glück: es ist ein Van und es passt jede Menge Kram rein. Ein 8-Sitzer, der notfalls, wenn man alle Sitze umlegt, auch als fahrendes Drei-Bett-Zimmer genutzt werden kann. Aber dazu später noch mehr!

Auf und davon – zugegeben, das ist nicht das Auto von Judys Mutter.

Das Raumwunder mit dem wir wirklich unterwegs sind

Fährt man aus Auckland raus, hat man keinen Ärger mehr mit dem Strassenverkehr zu befürchten. Von den etwa 4 Millionen Einwohner Neuseelands wohnen immerhin fast ein Viertel in Auckland. Das spiegelt sich auch auf den Motorways wider. Gibt es in Auckland noch sechsspurige Motorways, sehen sie ausserhalb von Auckland eher wie deutsche Landstraßen aus. Mit denen haben sie übrigens auch das Tempolimit von 100 gemeinsam.

Die Auto-Fähre, mit der wir von Wellington (auf der Nordinsel) nach Picton (auf der Südinsel) übersetzen, haben wir für 8 Uhr abends gebucht. Damit uns keine bösen Überraschungen erwarten, haben wir uns darauf geeinigt wenig Stopps zu machen und schnell ein paar Kilometer auf der Nordinsel abzureißen um später mehr Zeit in Wellington zu haben. Immerhin sind es gut 660 km von Auckland nach Wellington.

Hitting the road

Leider ereignet sich schon bei unserem ersten Kaffee-Stopp das Elend: Ich vergesse mein Portemonnaie im Café. Unglücklicherweise bemerke ich es aber erst beim nächsten Tank-Stopp 2 Stunden später. Die Zeit reicht nicht aus um umzukehren, da wir die Fähre für 8 Uhr fest gebucht haben. Also rufe ich beim Café an und bitte Café-Besitzer das Geld im Portemonnaie zu nutzen um es zu mir nach Hause zu schicken. Der Café-Besitzer macht auf mich einen recht zuverlässigen Eindruck und so entschließe ich mich dazu meine Kreditkarten nicht sperren zu lassen und so der zeitaufreibenden Kreditkarten-Neubeschaffung aus dem Weg zu gehen. Das Geld im Portemonnaie würde für den Café-Besitzer wohl nicht reichen um seinen Laden aufzugeben und ein neues Leben zu beginnen, sage ich mir. Und ich wüsste wo ich ihn finde, sollte es Probleme geben.
Tina und Steffi sagen mir sie würden mir lieber das Geld für den Trip leihen als zurückfahren und riskieren die Fähre zu verpassen. Gesagt, getan!

In Wellington angekommen, bemerken wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die Zeit hätte nicht ausgereicht um umzudrehen. Dann entschließen wir uns dazu die Sache mit dem Portemonnaie – so gut es eben geht – zu vergessen und die Reise zu genießen.

Zeit für einen Kaffee war aber noch!

An der Waterkant in Wellington

Nach einem Imbiss geht es dann frisch gestärkt auf die Auto-Fähre. Das Meer zwischen Nord- und Südinsel ist berüchtigt für rauhen Seegang. Wir aber haben Glück: unsere Fähr-Überfahrt gleicht dank gutem Wetter eher einem Sonntagsausflug.

Hoffentlich vergessen sie nicht die Luke zu schließen

...und wir legen ab

Tina und Steffi genießen die letzten Sonnenstrahlen und sind anscheinend bei guter Laune...

... genau wie die Bord-Besatzung – Weihnachten kann nicht mehr weit sein!

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages

In Picton kommen wir erst nach Sonnenuntergang an. Glücklich, dass wir unser Hostel – das Tombstone Backpackers – schon gebucht haben. Das Hostel liegt auf einem Hügel, auf dem sich auch ein Friedhof befindet. Die Besitzer machten sich die Not zur Tugend und richteten ihr Hostel dementsprechend ein.
Wir schlafen diese Nacht in einem Dorm. Dorm ist eine Bezeichnung für Mehrbettzimmer, das von vielen Leuten geteilt wird. In unserem Fall sind es 8. Da wir erst sehr spät ankommen, schlafen alle anderen schon und das Licht ist aus. Es ist übrigens sehr spaßig in der Dunkelheit herauszufinden welche Betten schon belegt sind und welche noch nicht!
Die Nacht war jedoch erstaunlich erholsam und so konnten wir nach ausgiebigem Frühstück unsere Reise fortsetzen.

Man erahnt schon an der Form der Eingangstür die Nähe zum Friedhof

Das Frühtück im Tombstone mit Blick auf den Hafen von Picton

Kaffee darf nicht fehlen. Wie praktisch, dass es nicht nur Tee- sondern auch Kaffeebeutel gibt. Viel besser als jeder Instant-Kaffee!

Blick auf Pictons Hafen

Blick auf die See des Queen Charlotte Sounds

Als erste Station unserer Reise haben wir uns den Abel Tasman National Park ausgesucht. Dieser ist vor allen Dingen für seine mehrtägige Wanderstrecke – den Abel Tasman Coastal Track– bekannt. In Neuseeland gibt es neun sog. "Great Walks". Das sind mehrtätige Strecken, die vom Department of Conservation ausgewählt und verwaltet werden: Abel Tasman ist einer von diesen Great Walks. Doch bevor es in Richtung Abel Tasman geht, wollen wir uns noch Nelson ansehen und die Gunst der Stunde nutzen um uns mit Lebensmitteln einzudecken.

Nelson ist unsere letzte Anlaufstelle für Lebensmittel bevor wir mehrere Tage an keiner größeren Stadt vorbeikommen

The Hot Sausage Company – für Würstchenliebhaber

Auf nach Abel Tasman!

Hier findet Ihr alle Bilder dieses Foto-Albums:
Auckland-Wellington-Picton-Nelson

1 Kommentare:

Am/um 21. Januar 2008 10:22 , Anonymous Sonntags-Melli meinte...

mmmh - kaffeebeutel. warum man an so etwas einfaches nicht denkt. Ach, ein cooler Erfinder müsste man sein.

 

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