Samstag, 15. Dezember 2007

It's Christmas Time!

Es weihnachtet hier. Das merkt man weniger am Wetter (die Tage werden immer laenger und waermer), sondern eher daran, dass einem Weihnachten immer wieder ueber den Weg laeuft. Ob es die weihnachtliche Deko in der Innenstadt ist oder die Weihnachtsessen in der Uni, von denen wir uebrigens schon drei hatten – Neuseelaender lieben Essen! Weihnachten kann man nicht entfliehen.
Weihnachtsmaerkte und Gluehwein stehen hier – leider – nicht so hoch im Kurs. Dafuer gibt es Weihnachtskonzerte. Eins davon hat das Auckland Symphony Orchestra, bei dem Steffi mitspielt, in der Townhall gegeben. Also haben Minna und ich, sowie zwei von Minnas Mitbewohnern es uns nicht nehmen lassen uns das Spektakel anzusehen. Es war ein Christmas-Sing-Along-Concert, bei dem Weihnachtslieder gespielt werden und jeder – so gut er eben kann und mag – mitsingt.


Ausserdem gab es letztens auch Christmas in the Park. Das ist ein von Coca-Cola gesponsortes Weihnachtsfestival, das jedes Jahr im Auckland Domain Park stattfindet und etwa 200.000 Besucher anlockt.


Das Wetter in Neuseeland hat in den letzten Tagen verkehrte Welt gespielt. Waehrend es in der letzten Woche auf der Suedinsel Temperaturen bis zu 27 ºC und strahlenden Sonnenschein gegeben hat, regnete es auf der Nordinsel bei Temperaturen um 20 ºC. Aus der Not soll man bekanntlich eine Tugend machen und deswegen haben wir das schlechte Wetter genutzt um uns im Auckland Museum ueber die Maori Kultur schlau zu machen.


Hier geht es zu dem Foto-Album:

Christmas in the Park, Christmas-Sing-Along-Concert and Auckland Museum

Montag, 10. Dezember 2007

Wie gewonnen, so zerronnen...

Letzten Sonntag haben Steffi und ich ein Auto bei TradeMe – das ist in etwa die neuseeländische Version von eBay – erstanden. Die Übergabe mit dem Vorbesitzer wurde für Sonntag nachmittag ausgemacht. Auf unserem Wunsch hin brachten uns die Vorbesitzer das Auto vorbei. Die Übergabe verlief einwandfrei, das Auto – ein Mazda Capella, Bj. 1991, burgund, Kombi – war in erwartet guten Zustand. Nur die Papiere zum Übertragen des Besitzes hatte unser Vorbesitzer vergessen. Er versprach jedoch diese umgehend mit der Post nachzusenden. Mit der Versicherung für das Auto müssten wir dann warten bis die Papiere eintreffen würden. Kein Problem.


Selbstverständlich musste sofort eine Probefahrt unternommen werden und so besuchten Steffi und ich Caro, die Onehunga wohnt, in einem Stadtteil etwas außerhalb von Auckland. Caro hatte an diesem Sonntag eine BBQ-Party geschmissen und obwohl wir eingeladen waren, waren wir reichlich spät und so wurden wir - der späten Stunde wegen - zum Nachtisch eingeladen. Das Auto fuhr einwandfrei und man konnte soweit nur zufrieden mit unserem Deal sein.

Zwei Tage später dann – am Dienstag – die große Überraschung. Das Auto stand nicht mehr dort, wo wir es abgestellt hatten! Wir hatten es in einem Wohngebiet nahe der Uni abgestellt. Jedoch stand an der Stelle, wo wir unser Auto geparkt hatten, ein anderes, silberfarbenes Auto! Unsere erste Überlegung war gleich, dass es wohl abgeschleppt worden sein musste. Über unser Unkenntnis ärgernd riefen wir bei der Polizei an und fragten, ob es abgeschleppt worden sei – einmal, zweimal, als wir das dritte Mal anriefen, vergewisserte uns die Polizei, dass das Auto nicht abgeschleppt worden sei. Denn bevor ein Auto abgeschleppt würde, müsse das Abschleppunternehmen die Polizei benachrichtigen. Folglich mussten wir uns der Wahrheit stellen: das Auto wurde nicht abgeschleppt, es wurde gestohlen! Leider waren die Papiere noch nicht eingetroffen und wir konnten das Auto noch nicht versichern!

Auch heute, eine Woche später ist das Auto noch nicht wieder aufgetaucht. Wir haben viele Spekulationen angestellt, ob unsere Vorbesitzer etwas mit der Sache zu tun haben oder nicht, haben sie besucht, sie befragt. Genaues weiß man nicht.
Wir haben Leute an der Uni befragt und viele sind sehr hilfsbereit, haben befreundete Anwälte befragt, haben uns Tipps gegeben und versichert, dass sie ein Auge auf alle roten Mazda Capellas in Auckland werfen ;)

Nichts bringt uns den Mazda Capella jedoch wieder zurück. Eine Chance haben wir jedoch noch: Wir gaben den Vorbesitzer das für den Kauf vereinbarte Geld, sie überließen uns daraufhin zwar das Auto, aber formeller Besitzer waren wir nie. Damit wurde der Kaufvertrag auch nicht erfüllt. Ich bin zwar kein Jurist, aber diesen Punkt müssen wir unbedingt prüfen lassen.

Nächstes Mal gibt es hoffentlich erfreulichere Nachrichten :)

Montag, 3. Dezember 2007

Piha und Rangitoto Island

Am Samstagmorgen habe ich zusammen mit Michelle, meiner Mitbewohnerin, einen Blick auf einen der vielen Farmers Markets von Auckland geworfen. Einen Farmer's Market kann man sich prinzipiell so vorstellen wie einen der Wochenmärkte in Hamburg. Es gibt frisches Gemüse, Obst, Brot und viele Spezialitäten. Erstaunlicherweise ist dieser Markt einer der wenigen Gelegenheiten in Auckland Organic Food (also Öko-Lebensmittel) zu kaufen. Ich hatte mir Neuseeland immer als grünes Land vorgestellt, aber nachdem ich auch gesehen habe was für Autos hier rumfahren. In diesem Punkt scheint Neuseeland den USA ähnlicher als Europa zu sein.

Nach selbst gemachten Pizzen haben wir uns auf den Weg nach Piha gemacht. Piha ist ein Strand im Westen von Auckland, der berüchtigt für gute Wellen und demzufolge beliebt bei vielen Surfern ist. Erika, eine Freundin von Michelle, die selber ein Jahr in Deutschland gelebt hat, hat uns abgeholt und ist mit uns dorthin gefahren. Die Fahrt nach Piha dauert keine Stunde und glücklicherweise liegen einige Weingärten auf den Weg dorthin, sodass wir noch eine Weinprobe machen konnten.


Die Strände im Westen von Neuseeland haben fast ausnahmslos alle dunklen Sandstrände. Der Strand von Piha ist sehr eisenhaltig und glitzert in der Sonne, was auf den Fotos allerdings nicht so ganz rauskommt. Zusammen mit der hügeligen Landschaft und der rauen See ergibt der Strand einen urtümlichen Anblick. Es war sehr entspannt dort: keine Promenade, viele Surfer, nur ein paar Geschäfte (Surf-Läden). Das war definitv nicht das letzte mal, dass ich dort gewesen bin. Nur: nächstes Mal werde ich mit einem Surfbrett ausgestattet sein.

Anschließend waren wir noch in der R.S.A.-Bar in Piha, die einen schönen Blick auf die Küste und die Landschaft von Piha und Umgebung zeigt. Außerdem gibt es dort das Angebot 3 Sol für 10$ ;)

Li. Erika, die Fahrerin; re. Michelle, meine Mitbewohnerin


Am Sonntag habe ich mit Steffi auf den Weg nach Rangitoto Island gemacht, eine Insel, die erst vor 600 Jahren im Hauraki Golf und nur wenige Kilometer von Auckland entfernt durch einen Vulkanausbruch entstanden ist. Von dem Vulkan wird heutzutage jedoch angenommen, dass er erloschen ist. Die Insel ist bis auf einige wenige Wochenendhäuser weitgehend unbewohnt. Zu sehen gab es viel (abwechslungsreiche) Natur – von vulkansteinreichen Küstenabschnitten über mit hohen Farnen durchsetzte Wälder bis zu Höhlen aus Vulkangestein und nicht zuletzt einen Vulkankrater, der allerdings so groß ist und schon so mit Bäumen bewachsen ist, dass es schwer ist ihn überhaupt als solchen zu erkennen.
Auf Rangitoto soll es den größten, zusammenhängenden Pōhutukawa-Wald der Erde geben. Pōhutukawa wird hierzulande auch New Zealand Christmas Tree genannt, weil er von zur Weihnachtszeit blüht.

Pōhutukawa

Zum Schluss noch eine Warnung für Lena: Vorsicht! Das gefährliche Entenpaar ist wieder unterwegs ;o)


Hier sind die restlichen Fotos:

Piha


Rangitoto Island