Freitag, 30. November 2007

...strictly work

Zur Abwechslung gibt es jezt ein paar Fotos von meiner Arbeit. Ich fang mal mit meinem Arbeitsplatz an:


Ganz links sitze ich, in der Mitte Steffi (wie man sieht) und ganz rechts eigentlich Judy, die heute aber nicht da ist. Wenn ich mir das Foto so angucke, faellt mir auf, dass ich mal wieder aufraeumen muss.

Vorgestern haben Judy und ich Aufnahmen von unserem Granulatpartikeln mit dem Elektronenmikroskop gemacht. Hier ein paar (Poser-)Fotos!


Letztens hat Anna Steffi und mich gebeten James vom Flughafen abzuholen. Sie hatte versprochen ihn abzuholen, konnte aber nicht, weil sie zu einem Meeting musste. Auch wenn es uns schwer fiel unsere Arbeit beiseite zu legen und den vormittag mit einer sonnigen Fahrt zum Flughafen zu verbringen, sind wir dennoch eingesprungen ;)
Das Auto fahren war anfangs etwas gewoehnungsbeduerftig. Ich war zwar darauf eingestellt, dass die Gangschaltung auf der linken Seite ist, Gas-, Brems-, und Kupplungspedal jedoch so angeordnet sind, wie ich es gewohnt bin. Was ich aber sehr verrueckt fand war, dass Blinker und Scheibenwischer den Platz getauscht haben, sodass man sich schon konzentrieren musste, sie nicht zu vertauschen.
Auch das Rechts-Abbiegen, in Deutschland ein Kinderspiel, erofrdert einiges an Gehirn-Jogging. Nach ein bisschen Uebung klappt das aber.


Ich glaube einer der Gruende warum bei mir die Weihnachtsstimmung nicht so recht aufkommen mag, koennten Weihnachtsbaeume wie diese sein.


Nennt mich spiessig, aber mir gefaellt die ganz normale Tanne als Weihnachtsbaum noch immer am besten :)

Bay of Plenty

Nachdem Rita, Caro und ich uns letzten Freitag nach getaner Arbeit am Auckland-Hauptbahnhof „Britomart“ getroffen haben, haben wir uns mit dem Auto auf den Weg in den Nord-Osten von Neuseeland zur Bay of Plenty gemacht. Da auf den neuseeländischen Autobahnen (Motorways) ein Geschwindigkeitslimit von 100 km/h gilt, erinnern die Motorways eher an gut ausgebaute Landstrassen als an deutsche Autobahnen. Die Fahrt dauerte mit 5 Stunden für die 300 Kilometer zwar ziemlich lang, doch dafür haben wir vielle Stopps gemacht und haben auf dem Weg eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft zu sehen bekommen.


Übernachtet haben wir auf einen Campingplatz am Ohope Beach in der Nähe von Whakatane in einer recht spartanischen Hütte. Wie man sieht waren auch die Betten nicht besonders geräumig. Man bedenke, dass Rita noch ein Stückchen kleiner ist als ich :)


Am Samstag haben wir einen Ausflug auf die etwa 50 km von der Küste entfernt liegende Vulkaninsel White Island (Whakaari) gemacht. Eine beeindruckende Bootsfahrt samt möglicher Delphin- und Walsichtung, sowie eine fulminante und menschenleere Vulkaninsel wurden uns versprochen. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Und so wurde die Bootsfahrt regennass und auch die Delphine und Wale hatten bei dem Wetter wohl nicht so richtig Lust sich zu zeigen.
Die Insel war jedoch wie versprochen menschenleer und auch ziemlich beeindruckend, allerdings wirkten auch die vielen aus dem Boden entspringenden Rauchschwaden und brodelnden Quellen bei dem bewölkten Himmel recht trüb und kamen bei dem grauen Hintergrund nicht so recht zur Geltung. Ironischerweise gilt die Region als eine der sonnenreichsten in ganz Neuseeland.
Nicht beeindruckt von dem Wetter zeigte sich allerdings der krasse Schwefelgeruch der Insel, der auch bei Regen und bedeckten Himmel so gut "raus" kam, dass wir Gasmasken tragen mussten. Da es auf der Insel viel loses Geröll, sowie desöfteren Erdrutsche gibt, mussten wir zudem einen Helm tragen. Nach etwa 2 Stunden Inselerkundung bei Regen waren wir entsprechend nass und durchgefroren. Trotz beeindruckender Natur und aktiven Vulkan unter den Füßen war ich froh auf dem „trockenen“ Boot zu sein und das in der Tour inbegriffene Essen zu mir zu nehmen.


Während es am Nachmittag langsam aufhörte zu regnen, sind wir ins Kino gegangen und haben ‚The Italian’ gesehen. Es ist im übrigen der dritte Film in Folge, den ich im Kino gesehen habe der nicht auf Englisch war, sondern nur englische Untertitel hatte. ‚The Italian’ war auf russisch und handelte vom Leben russischer Waisenkinder, den vorherigen hatten Steffi und ich auf einem japanischen Filmfestival gesehen und war – richtig – auf japanisch (‚Ping Pong’). Der Film davor war auf indisch und ‚straight from Bollywood’. Als nächstes gucke ich mir definitiv wieder einen englischen Film an…
Am Abend hatte es aufgehört zu regnen und so hatten wir die Möglichkeit noch eine Flasche des guten neuseeländischen Weißweins am Strand von Ohope zu köpfen und das schlechte Wetter vom Tag zu vergessen :)


Über Nacht hatte sich das Wetter schlagartig geändert. Plötzlich gab es keine Wolke mehr am Himmel zu sehen und einem schönen Strandtag stand nichts mehr im Weg. Nach dem Frühstück in der Sonne musste selbstverständlich erstmal ein Sprung in das kühle Nass am hauseigenen Strand in Ohope unternommen werden. Glücklicherweise gab es schöne Wellen und der Strand war weitesgehend leer.


Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Mt Maunganui gemacht, wo zuerst eine Gipfelbesteigung des Mt Maunganuis auf dem Plan stand und anschließend nach anstrengender Arbeit selbstverständlich ein Bad am Strand genommen werden musste.
Mt Maunganui besitzt einen sehr schönen Strand, ist aber für neuseeländische Verhältnisse ziemlich überlaufen. So ist es einer der wenigen Strände, der eine Strandpromenade und eine Menge Cafés und Restaurants in Strandnähe hat. Wg. der hohen Wellen am nachmittag waren auch einige Surfer unterwegs.


Soweit meine Eindrücke von der Bay of Plenty, hier findet Ihr alle restlichen Fotos:


Bay of Plenty – Mt Maunganui
Bay of Plenty – White Island
Bay of Plenty – Ohope Beach

Mittwoch, 21. November 2007

Devonport

Letzten Freitag habe ich das erste Mal einen Blick auf das Nachtleben von Auckland erspaehen koennen. Nachdem wir uns bei Steffi getroffen haben, sind wir in einen Reggae-Club in die Queenstreet gegangen. Funky ;)

Am naechsten Morgen haben Rita und ich uns auf den Weg in den Norden von Auckland nach Devonport gemacht. Devonport ist ein Stadtteil, der auf einer Landzunge liegt und den man deswegen am besten per Faehre erreicht. Zu besuchen gibt es viele kleine Cafes, Restaurants, Boutiquen; außerdem zwei Huegel (nette 360° Aussichtspunkte) und Straende. Gruende genug also fuer einen gemuetlichen Samstagstrip!


Am Sonntag hatten wir dann ein Weihnachtsessen (Yum Cha) beim Chinesen mit den anderen postgraduate students unseres Institutes. Das Essen war - glaube ich - sehr authentisch. Panierte Huehnerfuesse, Schweineschwaenze und Darm in mehreren Variationen sind nur eine kleine Auswahl an verfuegbaren „Leckereien“.


Bestellt wird nicht anhand einer Karte; stattdessen laufen staendig Kellner rum, die lautstark auf chinesisch verkuenden was sie gerade anzubieten haben. Der Vorteil dieser Art des Bestellens liegt klar auf der Hand: gekauft wird nur, was gut aussieht. Praktisch wenn man dann noch jmd. am Tisch sitzen hat, der sich gut mit chinesischen Essen auskennt und einem "uebersetzt" was man da gerade auf seinem Teller liegen hat. Die panierten Huehnerfuesse habe ich naemlich erst auf den zweiten Blick erkannt.
Serviert werden in der Regel nur kleine Portionen, die man sich mit den anderen Personen am Tisch teilt. Der Tisch ist deswegen auch – wie praktisch – in der Mitte drehbar.

Letzte Woche habe ich angefangen mich nach einer neuen Wohnung umzusehen, da die Huia Residence auf Dauer zu laut und zu gross ist um dort ein halbes Jahr wohnen zu bleiben. Umso besser, dass ich am Sonntag endlich ein neues Zimmer gefunden habe. Die dazugehoerige Wohnung liegt in der Hobson Street, welche die zweite Parallelstrasse zur Queenstreet ist. Wohnung und Zimmer sind zwar recht klein, doch dafuer sind sie nett und liegen sehr zentral in der City. Zur Uni gehe ich jetzt zwar etwas laenger, aber dafuer ist alles andere dichter dran. Naechstes Wochenende ziehe ich um. Naja das heisst ich packe meinen Rucksack, gehe 20 Minuten und bin fertig.
Meine neue Adresse ist dann:

Unit 2D – 208 Hobson Street
Auckland 1010
New Zealand


map loading...


Festnetznummer: +64 – (0)9 – 3652165
Dann habe ich endlich auch Internet zu Hause, nicht nur in der Uni, was vieles einfacher macht.
Soweit erstmal von mir. Schoene Gruesse an alle!

Hier gehts zu den Alben:
Devonport
Yum Cha

Dienstag, 13. November 2007

Das Wochenende auf Waiheke Island

Erstmal Danke fuer Eure Kommentare. Es ist immer schoen was aus good old germany zu hoeren ;)
Freitag war ich mit Steffi und ihren Mitbewohnern im kleinen, aber feinen Outhwaite Park zum BBQ. Der Park hat einen nette Grillstelle, samt integriertem Gasgrill. Gegessen wurde, ganz nach deutscher Sitte ;) - Fleisch, Wuerstchen und Salat. Wobei mir die dicken, kleinen neuseelaendischen Wuerstchen nicht so zugesagt haben... Aber das Fleisch und die Salate waren lecker.


Mit Ed (auf dem Foto re.), dem ehemaligen Mitbewohner von Steffi (li.) , sind wir dann nach dem Grillen noch zu seinem Hostel spazieren gegangen. Ed ist Grafik Designer in Print Medien. Er kommt aus Irland, hat aber seinen dortigen Job aufgegeben und sucht jetzt eine Anstellung in Neuseeland. Allerdings scheint es nicht ganz so einfach zu sein, wie er es sich vorgestellt hat. Seit vier Wochen sucht er schon erfolgslos.
Der Weg zu Eds Hostel fuehrte uns ueber die K' Road (in voller Pracht: Karangahape Road) und Posonby Rd, die ich vorher noch nicht kannte. Die K' Rd ist am ehesten mit unserem Schanzenviertel zu vergleichen: viele kleine Cafes, Boutiquen, Restaurants, das Publikum jung und eher alternativ. Ein Spruch in Neuseeland heisst: If you can't get it on K' Road, you can't get it in New Zealand.
Biegt man dann nach rechts in die Posonby Rd ein, gibt es Bars, Nachtclubs, alles ist etwas schicker und glamuroeser.


Am naechsten Morgen ging es dann los zur Faehre nach Waiheke Island. Das Haus auf Waiheke Island, in dem wir uebernachteten gehoert James' Familie. Freundlicherweise hat er uns alle eingeladen dort hin zu kommen und hat zudem auch noch alle vom Pier abgeholt und auch wieder hingebracht. Etwa 12 Leute kamen, aber Platz ist ja auch in der kleinsten Huette... Weil Steffi ein Vorspielen beim Orchester hatte, bin ich schon mal vorgefahren. Damit James, nur einmal fahren muss, habe ich mich fuer den Weg dorthin mit einer weiteren Freundin von Anna, Minna, verabredet. Minna ist eine Pharmazeutin aus Schweden, die schon knapp drei Monate in Neuseeland ist und gerade an ihrer Masterarbeit schreibt.
Die Ueberfahrt nach Waiheke Island war sehr nett, zumal sich dort schon abzeichnete, dass es sehr schoenes Wetter an diesem Wochenende geben wuerde.


Am Haus angekommen, packten wir selbstverstaendlich unsere Strandsachen und sind los zur Onetangi Bay, die in etwa 200 m Entfernung zum Haus liegt. Da ziemliche viele Leute am Strand waren, konnten wir Beach-Baseball spielen, das mehr oder weniger wie das normale Baseball gespielt wird nur mit einem Fussball anstelle des "Baseballs" und mit Fuessen anstelle von Schlaegern. Zur Abkuehlung sind wir danach ins noch ziemlich kuehle Meer gesprungen.


Nachmittags sind wir zum Olive Festival gefahren, bei denen, ganz genau!, Oliven im Vordergrund standen. So gab es Oliven und Olivenoel en masse, aber auch Weinstaende, Essenstaende und Musik. Minna (unteres Foto re.) wollte unbedingt Austern probieren. Ich konnte es mir gerade noch verkneifen. Nach drei Austern war sie nicht besonders begeistert und wird es wohl so schnell auch nicht wieder versuchen.
Da Minna das "In-der-Sonne- sitzen-und-Musik-hoeren" auf dem Olive Festival nach einiger Zeit langweilig fand, hat sie mich ueberredet, loszugehen und was von der Insel zu sehen. So haben wir uns noch einen anderen Strand der Insel angesehen und sind viele Kilometer gelaufen.
Abends haben wir im Garten von James' Haus noch ein nettes BBQ gehabt. Spaeter haben wir dann Charades gespielt. Falls das jmd. nicht kennt (wie ich), das ist so eine Art Pantomime-Spiel. Man muss pantomimisch Filme/Buecher/ Songs erklaeren. Allerdings laeuft das etwas anders als ich das aus Deutschland kenne. So wird nicht versucht den ganzen Begriff zu erklaeren, sondern Woerter, Silben gar einzelne Buchstaben anhand von fest vorgeschriebenen Gesten zu erklaeren. Die deutsche Version ist da - meiner Meinung nach - kreativer. Jedenfalls stehe ich seit dem Abend unter Verdacht Gedanken lesen zu koennen ;) (obwohl ich fuer deutsche Verhaeltnisse ueberhaupt nicht gut in so etwas bin)


Am naechsten Tag haben Rita (2. v. re.), Steffi (li.), Minna und ich mit James (re.) einen Inseltrip gemacht und sind in den unbewohnten Ostteil der Insel gefahren. Dort erwarten einen Schotterpisten, gruene Wiesen, viele Schafe, aber auch leere Buchten. Sofern diese denn zugaenglich sind, denn in vielen Faellen muss man Privatbesitz ueberqueren um dorthin zu kommen (da waere natuerlich ein Boot praktisch). Wir sind dort einige Kilometer gewandert und haben uns den einzigen Schutz Neuseelands fuer den zweiten Weltkrieg angesehen. Er besteht aus einem Netzwerk aus Bunkern, die durch unterirdische Gaenge miteinander verbunden sind und ein paar Kanonentuermen.

So, das muss fuers Erste als Bericht von Waiheke Island reichen. Ich habe mich uebrigens letztes mal bei meiner Telefonnummer vertan, aber den Fehler jetzt korrigiert. Wer das ganze Foto-Album sehen, klickt einfach aufs naechste Bild!

Waiheke Island

Freitag, 9. November 2007

Was gibts Neues?

Heute Abend starten Steffi, ich und ein paar Leute aus Ihrer WG eine Grillung im Outhwaite Park. Auf Wuerstchen musste ich zwar zwecks mangelndem Angebot guter Ware verzichte, aber wenigstens gab es im Supermarkt schon fertig eingelegtes Fleisch. Es ist uebrigens sowieso sehr merkwuerdig hier einzukaufen. So guenstig die Lebenshaltungskosten hier sind, der Einkauf im Supermarkt ist verhaeltnismaessig teuer. Fuer eine uebliche Packung eines Fruehstuecksbacon zahlt man hier beispielsweise umgerechnet 5 Euro. Orangensaft wie Milch kann man hier fast ausschliesslich in Riesen-Kanistern kaufen. Auf den Liter gerechnet ist es dann immer noch deutlich teurer als in Deutschland. Ueberhaupt ist das Kaufen von normaler Vollmilch schon nicht einfach. Es gibt (ungefaehr) 10.000.000 verschiedene Arten von Milch: mit Vitaminen, ohne, fettfrei, wenig fett, mit/ohne Zusaetze, weiss der Teufel was noch alles.

Discounter, wie wir sie in Deutschland haben sind hier selten und wenn vorhanden, dann tierisch gross und weit ausserhalb von Staedten. So einen Lidl oder Aldi an jeder Strassenecke sucht man vergebens. Die Supermaerkte bei mir in der naeheren Umgebung haben zwar 24 Stunden auf, bieten aber nichts besonders Nahrhaftes. Ich muss mich erstmal daran gewoehnen, dass Wasser dort teurer als Coca-cola und co. ist...

Morgen gehts dann zu einem Trip nach Waiheke Island (http://en.wikipedia.org/wiki/Waiheke_Island) zum Wandern, BBQ/was auch immer.
Anna, die ich an meinem ersten Tag kennengelernt habe, kennt jmd. der dort ein Haus hat. Und so fahren wir dann morgen mit einigen Leuten dort hin und werden (hoffentlich) eine nette Zeit haben. Einige Bilder, die ich im Internet gesehen habe, sehen jedenfalls sehr vielversprechend aus. Meine eigenen werde ich Euch natuerlich auch nicht vorenthalten. Wir muessen nur auf gutes Wetter hoffen. Das war naemlich in den letzten Tagen nicht immer so wunderbar: grauer Himmel und Regen. Heute aber scheint die Sonne und fuer morgen ist auch gutes Wetter angekuendigt.

Ach, wer die Adresse zu meinen Bildern uebrigens noch nicht kennt: http://picasaweb.google.com/simon.in.neuseeland/. Allerdings sind dort bis jetzt nur Fotos von meinem Flug zu sehen. Aber das wird sich bald aendern ;)

Uebrigens falls mich jmd. dringend erreichen muss. Ich habe mir jetzt eine neuseelaendische Prepaid-Karte organisiert. Meine Nummer ist +642102649495*. Ich weiss aber nicht wieviel hundert NZ-$ ich bezahlen muss, falls mich jmd. auf meinem Handy aus Deutschland anruft...

Meine Adresse ist:
Simon Vogel
c/o Huia Residence
110 Grafton Road Grafton
Grafton
Auckland
NEW ZEALAND

So long,
Simon

P.S. Freue mich immer ueber ein Lebenszeichen von Euch :)

Copyright Photo: http://www.waiheke.co.nz/ / Raf Val Photography

* sollte jetzt richtig sein.

Dienstag, 6. November 2007

Die ersten zwei Tage

Hallo Ihr Lieben. Ich schreibe Euch von einem Uni-Rechner aus (ja, ja waehrend meiner Arbeitszeit :-P). Stoert Euch also bitte nicht daran, dass ich keine Umlaute benutze.

Die ersten zwei Tage an der Uni sind nun also rum, ich habe sie gut ueberstanden und ich moechte es mir nicht nehmen lassen Euch davon zu berichten.
Montag morgen klingelte ich an der Tuer der School of Pharmacy und Shirley, eine der dortigen Sekretaerinnen oeffnete mir die Tuer. Ich muesse noch ein bisschen warten, mein betreuender Professor, Dr. Raid Alany, waere noch nicht da und sie wuesste auch nicht wann er kommen wuerde. Ich solle mich erst mal am Kaffee bedienen und vielleicht etwas Zeitung lessen. Gesagt, getan. Nach zwei Kaffee kam Anna Evans herein, die wohl dort fuer Verwaltungsangelegenheiten und Aehnliches zustaendig ist. Sie fuehrte mich in ihr Buero und wir unterhielten uns eine Weile, bis sie wir einen Marathon durch die Fakultaet starteten. So wurde ich dann nach und nach mit Kittel, Schutzbrille, Student ID und einem Arbeitsplatz ausgestattet. Mein Arbeitsplatz ist in einem postgraduate lab, also in einem Labor, in dem nur PhD students (Doktoranden) und master students arbeiten. So lernte ich dann alle aus dem lab kennen: Darren, James, Steffi, Judy und eine Maedel, dessen Namen ich vergessen habe. Judy ist die Person, mit der ich die naechsten sechs Monate am meisten zusammenarbeiten werde. Sie arbeitet nun schon seit drei Jahren an ihrer Doktorarbeit und ist an einem Punkt angelegt, wo sie etwas Hilfe gebrauchen kann. Alle anderen sind im lab sind auch PhD students bis auf Steffi, die ist lustigerweise auch aus Deutschland und macht ihr praktisches Jahr hier. Sie arbeitet allerdings in einem anderen Bereich (Pharmacy Practice) als ich (Pharmaceutical Sciences). Trotzdem sitzen wir genau nebeneinander. Ob das so gut fuer unser Englisch ist, weiss ich aber nicht…:)


Nachdem sich mir alle vorgestellt haben, luden uns die Inder, die in unserem Institut arbeiten zum Diwali ein. Was das genau ist, habe ich ehrlich gesagt noch nicht verstanden. Aber es soll wohl vergleichbar mit unserem Weihnachten sein, sagte der eine Inder. Jedenfalls bringt die indische Belegschaft jede Menge zu essen mit und alle anderen essen es auf. Das Prinzip finde ich super. Zumal das Essen zwar sehr abgefahren, aber das meiste sehr lecker ist. Wegen dieses Diwali hoert und sieht man momentan auch ueberall Feuerwerk.

Also, das muss fuers Erste reichen. Machts gut!

Sonntag, 4. November 2007

Auckland City

Heute Morgen habe ich mich mal auf den Weg gemacht und mir die Innenstadt on Auckland angesehen. Die City ist keine 10 Gehminuten von der Huia Residence entfernt. Die Stadt ist sehr viel internationaler als ich es mir vorgestellt hatte. Es sind viele Asiaten (Chinesen, Inder, Thais, Japaner, Indonesier…) unterwegs, auch Maoris, sowie natürlich Weiße, von denen gesagt wird, dass sie dreiviertel der Bevölkerung NZ ausmachen. Das Stadtbild ist bunt gemischt. (Fast) alle großen Fast-Food-Ketten sind vertreten, auch solche die man in Deutschland vergebens sucht. Das Essen dort ist deutlich günstiger als bei uns. Geschäfte haben auch sonntags geöffnet.

Die Umrechnung sollte denkbar einfach sein: Man stelle sich einfach vor, die Preise seien in D-Mark ausgezeichnet. Ganz so einfach wie es klingt, ist es allerdings nicht. Oft muss ich die „D-Mark“-Preise in Euro umrechnen um eine Ahnung zu haben wie teuer etwas ist. Man hat sich doch schon ganz schön an den Euro gewöhnt.

Der erste Eindruck von Auckland ist super. Hier wächst abgefahrenes Pflanzenzeugs (Frau Prof. Stahl-Biskup möge mir den Ausdruck verzeihen…) das ich noch nie gesehen habe, geschweige denn darüber gelesen habe. Das Stadtbild mit seinen alten Gebäuden ist sehr hübsch. Das Wasser am Hafen ist tiefblau. Von meiner heutigen Tour habe ich leider keine Fotos gemacht, da ich die Kamera vergessen habe. Aber das wird nachgeholt. Versprochen.

Das verlorene Portemonnaie

Nachdem ich ziemlich glücklich am Flughafen in Auckland nach einem viel versprechenden Anflug angekommen war, wollte ich nur eins: schnell meinen Rucksack abholen, in den „Airbus Express“ (ähnlich unserem Airport Express) steigen und in meine Unterkunft „Huia Residence“ einchecken. Glücklicherweise hatte ich eine Straßenkarte dabei, sodass ich die Unterkunft in Windeseile gefunden hatte. Die Reservierung, die ich bereits in Deutschland gemacht hatte, war angekommen und alles schien reibungslos zu funktionieren. Aber als mich die nette Dame an der Rezeption nach meiner Kreditkarte fragte, um das Geld für die erste Woche zu bezahlen, fand ich mein Portemonnaie nicht mehr. NEEEEIIN! Auch nach erneutem Durchsuchen: wieder nix. Ich bin dann Fußweg von der Bushaltestelle zur Unterkunft noch mal abgegangen um zu sehen, ob ich es unterwegs verloren hatte: auch nix. Zurück bei der Huia Residence fiel mir ein, dass ich es das letzte Mal benutzt hatte, um die Busfahrt vom Airport in die City zu bezahlen. Die Dame an der Rezeption bot mir an, bei der Busgesellschaft anzurufen und zu fragen, ob was gefunden worden sein. Da der Bus unglücklicherweise noch eine Weile unterwegs war, konnte keiner etwas Genaues sagen.

Um kein Risiko einzugehen, entschloss ich mich alle meine Karten zu sperren. Eigens für die Mastercard hatte ich eine Nummer in mein Handy eingespeichert, falls ich diese verlieren sollte. Als ich dort anrief (etwa gegen 4:00 Uhr morgens Ortszeit Hamburg), lief nur eine Warteschleife. Als nach vielen Minuten keiner rangegangen war, entschloss ich mich – enttäuscht und bestimmt einige Euro ärmer – aufzulegen und es später erneut zu versuchen. Aber es ging schon wieder keiner ran. Auf der Mastercard-Homepage im Internet fand ich eine weitere (US-amerikanische) Nummer (wie günstig!) um die Karte sperren zu lassen. Als ich dort anrief, konnte ich allerdings kein Wort verstehen, weil im Hintergrund irgendein indisches Flötengedudel spielte. So eins wie es die Fakire benutzen um ihre Schlangen zu hypnotisieren. Beim zweiten Anruf, gab es dasselbe Problem: Die Stimme am anderen Ende war nicht zu verstehen, die Flötenmusik war zu laut. Verdammt.

Aber selbst wenn sich die Kreditkarte sperren lassen sollte, hätte ich immer noch das Problem, dass ich keinen Cent Bargeld in der Tasche habe. Die Dame an der Rezeption wollte das Geld für die erste Woche und ich hatte einen Bären-Hunger, aber nicht einen müden Taler Also rief ich in der Botschaft an, um zu fragen was ich tun kann. Samstags sei dort keiner zu erreichen, sagte mir die Stimme in der Warteschleife. Für Notfälle gebe es allerdings eine eigens dafür eingerichtete Nummer. Aber auch dort ging keiner ran.

Während ich meine EC-Karte sperrte (was übrigens problemlos funktionierte), rief mich eine Dame von der Botschaft zurück, die wohl meine Nummer auf ihrem Display gesehen hatte. Allerdings könne sie mir nicht helfen, sagte sie. Ich solle mir Geld aus Deutschland schicken lassen. Da wäre ich auch noch selber drauf gekommen.

Da auf der Mastercard-Homepage noch eine weitere Nummer stand, die aber nur aus Deutschland erreicht werden kann, rief ich bei meinem Schatz an (etwa gegen 05:30 Uhr). Keine 5 Minuten später war die Kreditkarte gesperrt. Geht doch! (Danke noch mal übrigens)

Gerade als ich zur örtlichen Police-Station gehen wollte, um den Verlust zu melden, rief jmd. vom Lost&Found-Büro des Flughafens an. Sie hätten mein Portemonnaie gefunden. Eine Deutsche, Evie, die ich in der Huia Residence wg. der ganzen Aktion kennen gelernt hatte, lieh mir 22 NZ-$ für die Fahrt zum Flughafen. Dort angekommen stellte ich fest, dass nicht ein Cent im Portemonnaie fehlte. Die fündige Busfahrerin hatte keinen Namen und Adresse hinterlegt, und auch bei der Dame von Lost&Found war sie nicht bekannt, sodass ich mich noch nicht mal erkenntlich zeigen konnte.

Als ich wieder bei der Huia Residence angekommen war, hatte ich meine Haustür in Hamburg vor 56 Stunden verlassen. Was dann folgte war ein Schlaf biblischen Ausmaßes.

Samstag, 3. November 2007

Aus Melbourne

Hi zusammen. Ich sitze hier gerade in Australien am Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Auckland. Den längsten Teil meines Fluges habe ich damit wohl (hoffentlich) hinter mir. Meine Haustür habe ich – mal eben auf die Uhr schauen – vor rund 32 Stunden verlassen und fühle mich auch langsam so.

Nicht nur der recht unangenehme Weingeruch, den mir mein deutscher Sitznachbar Uwe auf dem Flug nach Dubai verpasst hatte (der tragischerweise auf dem Weg nach Australien ist, um seine Mutter auf dem Sterbebett zu besuchen und dafür von seinem Arbeitgeber fristlos gekündigt wurde), auch der unangenehme Kaffeegeruch, für den ich mich wohl selber verantwortlich zeichnen muss (verdammte Plastikdeckel!), hinterlassen so langsam eine recht merkwürdige Duftnote.

Mein Flug führt mich von Hamburg nach Dubai über Singapur und Melbourne nach Auckland. Den Flughafen in Dubai hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Nachdem mir von vergoldeten Wasserhähnen und vorgewärmten Toiletten-Spülwasser erzählt wurde, war die Enttäuschung entsprechend groß. Viele Bildschirme an den Schaltern im Transit-Bereich hatten eingebrannte Bilder, sodass man seine liebe Not hatte zu erkennen zu welchem Schalter man überhaupt gehen muss. Das Teppichmuster war eine Beleidigung für die Augen. Dafür gab es massenweise schlafende Passagiere, hauptsächlich Araber in weißen Gewändern, die wild verstreut auf dem Boden lagen. Da waren die Flughäfen in Singapur und Melbourne besser. Die waren wenigstens sauber und ohne schlafende Menschenmengen.

Der Flug von Dubai über Singapur nach Melbourne war weltklasse. Nicht nur dass man bei Emirates ein großes Angebot an aktuellen Filmen, Alben, Hörbüchern, Videospielen und co. Hat, ich hatte auch noch das große Glück einen Sitzplatz am Notausgang zu haben und somit locker 3 m Beinfreiheit. Mal sehen wie mein Flug nach Auckland wird. Einen Fensterplatz habe ich sicher, das weiß ich schon. Diesmal allerdings nicht am Notausgang.

Den ersten Schock gab es übrigens beim Einchecken am Schalter in Hamburg als mich die nette Dame von Emirates nicht nur nach einem Visum für Neuseeland, sondern auch nach einem für Australien fragte. Die gut 5 Stunden Aufenthalt in Melbourne würden nicht mehr als Transit gelten, ich bräuchte ein Visum. Glücklicherweise kann man die Visa aber für Australien direkt am Flughafen kaufen. Glück im Unglück.